Poetry Slam an der Geschwister-Scholl-Schule
Im zweiten Halbjahr des Schuljahres 2011/ 2012 wurde die Arbeit mit interessierten und begabten Schülerinnen und Schülern aufgenommen, um einen Poetry Slam an unserer Geschwister-Scholl-Schule vorzubereiten und durchzuführen.
Als Ergänzung zum regulären Deutschunterricht finden nun einmal wöchentlich so genannte Poetry-Stunden zur Entfaltung der sprachlichen Kreativität und Ausdrucksmöglichkeit statt, an denen insgesamt bis zu 15 Schülerinnen und Schüler teilnehmen und mitwirken können.
Eine dieses Maß übersteigende Anzahl würde die intensive Arbeit und individuelle Hinwendung erschweren.
Ein Poetry Slam und seine stetige Vorbereitung birgt eine intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Wortschatz und dessen Erweiterung. Äußerliche Zwänge, zum Beispiel das Schreiben nach vorgegebenen Textsorten und der Notendruck, arbeiten konträr zu einem spaßerfüllten Schreibverhalten. Daher wird im Rahmen der hier beschriebenen Arbeit primär die Kreativität der Schülerinnen und Schüler hervorgehoben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bringen eigene Ideen mit oder können sich an Impulsen bedienen, die von der Lehrkraft zur Verfügung gestellt werden. Während der Poetry-Stunden arbeiten die Schülerinnen und Schüler sowohl individuell als auch kooperativ, indem sie sich gegenseitig unterstützen und Rückmeldungen zu den entstehenden respektive entstandenen Texten geben. Es werden Gelegenheiten geschaffen, um über Sprache, ihre Struktur und ihre innewohnenden Besonderheiten zu reflektieren. Neben diesen Aspekten zur Sprachförderung bringt Poetry Slam weitere positive Effekte mit sich. Einerseits werden den Schülerinnen und Schülern kognitive und sprachliche Fähigkeiten abverlangt und andererseits erweitert sowie ausgebaut, was sich in ihrem Bewusstsein für Textqualitäten widerspiegelt. Zudem kann die Beschäftigung mit Literatur im Zuge des Konzeptes an Bedeutung gewinnen. Lesen und Schreiben werden stetig miteinander verwoben, da das Lesen fremder – auch literarischer – Texte Anregungen für das Verfassen der eigenen Texte bietet.
Durch die Etablierung des Poetry Slams sollen das Schreiben und die Präsentationen der eigenen Texte trotz der notwendigen Überwindung, auf einer Bühne zu stehen, Spaß für alle Beteiligten bringen. Einmal jährlich soll die Vorbereitungsarbeit der Jugendlichen der Jahrgänge 9 und 10 in einem „Dichterwettstreit“ an der Geschwister-Scholl-Schule münden.
Dabei werden die eigens geschriebenen Texte vorgelesen und auf der Bühne in Szene gesetzt. Bislang wurde eine Veranstaltung dieser Art erfolgreich durchgeführt, die im Musikraum der Schule stattfand und ein gleichaltriges Publikum erreichte. Die durchgeführte Evaluation konstatiert ein reges Interesse an dem neu eingeführten Konzept, das in der Poetry Slam-Veranstaltung mündete.
Die Förderung respektive Forderung der schreibinteressierten Schülerinnen und Schüler hält für die freiwilligen „Dichter/innen“ individuelle, soziale und kulturelle Gratifikationen bereit.
Durch den Anreiz, sich beim Poetry Slam zu beweisen, wird eine Identitätsgewinnung veranlasst und neben der sozial-kommunikativen Kompetenz weiter ausgebildet, weil die Schülerinnen und Schüler nunmehr für einen Anlass und ein präsentes Publikum Texte verfassen. Die Förderung der sprachlichen Kreativität und Ausdrucksfähigkeit im Hinblick auf schriftliche und gesprochene Texte stehen dabei im Zentrum des ins Schulleben integrierten Konzeptes und können sich zudem positiv auf die schulischen Leistungen auswirken.